Quelle: bernstadt.de
Die „Bernstädter Erdachse“ ist eine der bekanntesten und zugleich charmantesten Besonderheiten von Bernstadt auf dem Eigen – und ihre Geschichte beginnt mit einem Augenzwinkern.
Um das Jahr 1880 wurde der Marktplatz durch einen Studentenulk zur „Schmierstelle der Erdachse“ erklärt. Im Mittelpunkt stand damals eine Brunnensäule (Röhrbütte) in der Marktmitte, die nicht nur der Wasserversorgung diente, sondern auch ein zentraler Treffpunkt war. Lehrerseminaristen aus Löbau, die regelmäßig in Bernstadt verkehrten, erklärten diese Säule scherzhaft zur Erdachse. Aus dieser spontanen Idee entwickelte sich schnell eine Tradition, die von den Einwohnern begeistert aufgenommen wurde. Fortan galt die Marktmitte als jener Ort, an dem die Erdachse „geschmiert“ werden müsse, damit sich die Welt weiterdreht.
Als die ursprüngliche Brunnensäule 1938 entfernt wurde, ging die Idee dennoch nicht verloren. Im Jahr 1939 entwarf Professor Prof. Born aus Dresden den heutigen Marktbrunnen. Dieser wurde bewusst geschaffen, um den humorvollen Ursprung rund um den einstigen gußeisernen Kandelaber lebendig zu halten und die Geschichte dauerhaft sichtbar zu machen – auch wenn er sich nicht mehr exakt an der ursprünglichen Stelle in der Marktmitte befindet.
Quelle: Wikipedia
„Viele Orte stritten sich in Sachsen
wo wirklich sei der Erde Achsen,
jetzt ist sie uns hierher befohlen,
nun soll sie auch kein Teufel holen.
1939“
~ Inschrift Erdachsenbrunnen
Quelle: www.alles-lausitz.de
Seit 1994 wird die „Erdachse“ im Rahmen von Festen regelmäßig symbolisch geschmiert. Diese Zeremonie hat sich zu einer festen Tradition entwickelt und steht für Gemeinschaft, Humor und die Pflege lokaler Geschichte.
Die „Bernstädter Erdachse“ ist damit weniger ein wissenschaftliches Phänomen als vielmehr ein Stück gelebte Stadtgeschichte – entstanden aus einem Scherz, gewachsen zu einer Tradition und bis heute ein unverwechselbares Symbol für Bernstadt.